Stammaktien sind die häufigste Art von Aktien in Deutschland und verleihen dem Aktionär Stimmrechte auf der Hauptversammlung eines Unternehmens. Wer Stammaktien besitzt, hat nicht nur einen Anteil am Grundkapital, sondern darf auch bei wichtigen Entscheidungen abstimmen. Stammaktien unterscheiden sich damit klar von Vorzugsaktien, denen in der Regel kein Stimmrecht zusteht.
Viele Menschen interessieren sich für Stammaktien, weil sie neben Dividenden auch Mitsprache erhalten. Das macht Stammaktien besonders für Anleger attraktiv, die aktiv Einfluss auf ein Unternehmen nehmen möchten. Stammaktien werden von kleinen Start-ups bis zu großen Konzernen wie Apple genutzt.
Stammaktien bringen Rechte, aber auch Pflichten mit sich. Wer mehr über die Besonderheiten, Vorteile und potenziellen Risiken von Stammaktien erfahren möchte, findet in diesem Beitrag klare Antworten und praktische Informationen.
Was sind Stammaktien?
Stammaktien sind eine wichtige Form von Beteiligung an Unternehmen. Sie geben Aktionären Stimmrechte und ermöglichen die Teilnahme an wichtigen Entscheidungen.
Definition und Merkmale
Stammaktien stellen Anteile am Grundkapital eines Unternehmens dar. Wer Stammaktien besitzt, ist Miteigentümer des Unternehmens. Das zentrale Merkmal von Stammaktien ist das Stimmrecht. Jede Stammaktie gewährt in der Regel eine Stimme auf der Hauptversammlung.
Zu den weiteren Merkmalen von Stammaktien gehört das Recht auf Dividendenzahlungen, wenn das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet. Stammaktien können an der Börse frei gehandelt werden. Sie bieten den Aktionären die Möglichkeit, direkt Einfluss auf die Unternehmensführung zu nehmen.
Typische Merkmale im Überblick:
- Stimmrecht auf Hauptversammlungen
- Dividendenanspruch
- Handelbarkeit an Börsen
- Beteiligung am Grundkapital
Stammaktien sind in fast allen großen börsennotierten Unternehmen zu finden. Sie sind weltweit verbreitet.
Stammaktien vs. Vorzugsaktien
Stammaktien und Vorzugsaktien unterscheiden sich vor allem beim Stimmrecht. Stammaktien gewähren dem Aktionär ein Stimmrecht. Vorzugsaktien haben dieses Stimmrecht meistens nicht.
Vorzugsaktien bieten dafür oft eine höhere oder bevorzugte Dividende. Sie stehen bei der Auszahlung von Dividenden vor den Stammaktien. Das bedeutet: Wenn das Unternehmen Gewinne ausschüttet, bekommen Besitzer von Vorzugsaktien zuerst ihr Geld.
Im Vergleich behalten Stammaktien das wichtige Recht, bei Entscheidungen des Unternehmens mitzuwirken. Stammaktien sind meist für Anleger interessant, die Einfluss nehmen möchten. Vorzugsaktien sprechen eher Investoren an, die auf verlässlichere Erträge Wert legen.
Tabelle zum Vergleich:
| Merkmal | Stammaktien | Vorzugsaktien |
|---|---|---|
| Stimmrecht | Ja | Meist nein |
| Dividenden | Variabel | Oft bevorzugt |
| Einflussnahme | Direkt möglich | Kaum oder nicht |
Rechte von Inhabern von Stammaktien
Stammaktien geben den Aktionären wichtige Rechte im Unternehmen. Sie sichern Einfluss, finanzielle Beteiligung und Zugang zu Informationen.
Stimmrechte auf Hauptversammlungen
Mit Stammaktien haben Aktionäre das Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Jede Stammaktie berechtigt in der Regel zu einer Stimme.
Das Stimmrecht ist entscheidend, weil dadurch Inhaber von Stammaktien über zentrale Themen im Unternehmen mitbestimmen können. Dazu gehören zum Beispiel die Wahl des Aufsichtsrats, wichtige Entscheidungen zur Unternehmensstrategie oder die Verwendung von Gewinnen.
Besonders bei Aktiengesellschaften mit vielen Aktionären haben diese Stimmrechte eine große Bedeutung, da sie die Richtung des Unternehmens mitbestimmen. Für Stammaktien ist das Stimmrecht ein zentrales Unterscheidungsmerkmal zu Vorzugsaktien, die oft kein Stimmrecht haben.
Die Stimmrechte werden entweder persönlich auf der Hauptversammlung ausgeübt oder durch eine Vollmacht übertragen. Inhaber von Stammaktien können so Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens nehmen.
Dividendenansprüche
Stammaktien gewähren ihren Inhabern auch Rechte auf Dividendenzahlungen. Das bedeutet, dass sie einen Anteil am Gewinn der Aktiengesellschaft erhalten, falls die Hauptversammlung eine Ausschüttung beschließt.
Die Höhe der Dividende für Stammaktien wird jedes Jahr neu festgelegt. In vielen Fällen erhalten Stammaktionäre Dividenden in gleicher Höhe wie die sogenannte Vorzugsaktie. Es kann aber vorkommen, dass Vorzugsaktien bei der Dividende bevorzugt werden.
Trotzdem bleibt das Dividendenrecht ein wichtiger Anreiz für den Kauf von Stammaktien. Ohne diese Beteiligung am Gewinn wäre die Attraktivität der Stammaktien für viele Anleger deutlich geringer.
Es besteht jedoch kein automatisches Recht auf eine Dividende. Die Hauptversammlung entscheidet, ob und in welcher Höhe Dividenden für Stammaktien gezahlt werden.
Informationsrechte
Inhaber von Stammaktien haben das Recht, umfassende Informationen über das Unternehmen zu erhalten. Sie dürfen während der Hauptversammlung Fragen an den Vorstand stellen.
Das Auskunftsrecht umfasst Informationen zur Lage des Unternehmens, zu geplanten Maßnahmen und wirtschaftlichen Aussichten. So können Aktionäre fundierte Entscheidungen treffen und ihre Stimmrechte gezielt ausüben.
Stammaktien sichern also Transparenz gegenüber den Aktionären und garantieren einen Einblick in die Unternehmensführung. Diese Informationsrechte stärken das Vertrauen der Aktionäre und fördern eine verantwortungsvolle Kontrolle des Managements.
Auch die Veröffentlichung von Geschäftsberichten, Einladungen zur Hauptversammlung und weitere Mitteilungen erfolgen direkt an Inhaber von Stammaktien. Durch diese Rechte behalten Stammaktionäre immer den Überblick über wichtige Entwicklungen im Unternehmen.
Ausgabe und Handel von Stammaktien
Stammaktien werden von Unternehmen genutzt, um Kapital zu beschaffen und Investoren die Beteiligung am Unternehmen zu ermöglichen. Anleger können Stammaktien sowohl bei der Erstausgabe als auch im laufenden Handel an der Börse erwerben.
Emission neuer Stammaktien
Die Emission neuer Stammaktien findet meist im Rahmen eines Börsengangs (Initial Public Offering, IPO) oder einer Kapitalerhöhung statt. Dabei entscheidet das Unternehmen, wie viele Stammaktien ausgegeben werden und welchen Nennwert sie haben. Bestehende Aktionäre erhalten oft ein Bezugsrecht, damit ihr Anteil am Unternehmen nicht verwässert wird.
Neue Stammaktien werden durch Banken, sogenannte Konsortialbanken, am Kapitalmarkt platziert. Diese Banken übernehmen die technische Abwicklung und unterstützen das Unternehmen dabei, die Stammaktien einem breiten Anlegerkreis anzubieten. Die Emission erhöht das Eigenkapital des Unternehmens und verschafft ihm mehr finanzielle Spielräume.
Stammaktien, die auf diese Weise ausgegeben werden, stehen danach meist sofort für den Handel an der Börse zur Verfügung. Unternehmen müssen rechtliche Vorgaben beachten, zum Beispiel Informationen im Wertpapierprospekt offenlegen.
Börsennotierung und Handel
Nach der Emission werden Stammaktien an Börsen wie der Frankfurter Wertpapierbörse oder Xetra gehandelt. Hier können private und institutionelle Anleger Stammaktien kaufen oder verkaufen. Der Kurs der Stammaktie bildet sich aus Angebot und Nachfrage am Markt.
Stammaktien bieten den Aktionären wichtige Rechte wie das Stimmrecht auf der Hauptversammlung und das Recht auf Dividenden. Die Kursentwicklung von Stammaktien kann von vielen Faktoren beeinflusst werden. Dazu zählen Geschäftszahlen, wirtschaftliche Lage und Nachrichten über das Unternehmen.
Für den Handel von Stammaktien sind Wertpapierdepots bei Banken oder Online-Brokern nötig. Der Handel ist oft sekundenschnell und findet meist während der offiziellen Börsenzeiten statt. Stammaktien sind an deutschen Börsen meist liquide, also leicht handelbar.
Bewertung von Stammaktien
Stammaktien werden anhand verschiedener Kriterien bewertet, die für Investoren wichtig sind. Dabei spielen sowohl die Kursentwicklung an der Börse als auch mögliche Chancen und Risiken im Zusammenhang mit künftigen Erträgen eine wichtige Rolle.
Kursentwicklung
Die Kursentwicklung von Stammaktien zeigt, wie sich deren Marktwert über die Zeit verändert. Der Kurs einer Stammaktie wird von Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmt. Wichtige Kennzahlen sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV).
Diese Kennzahlen helfen Anlegern, den aktuellen Wert der Stammaktien mit dem inneren Wert des Unternehmens zu vergleichen. Ein niedriges KGV kann auf unterbewertete Stammaktien hinweisen, während ein hohes KGV oft hohe Erwartungen an zukünftige Gewinne zeigt. Auch Faktoren wie Marktliquidität, Branchentrends und Unternehmensstrategien beeinflussen die Kurse von Stammaktien.
Nachrichten zum Unternehmen oder zur Wirtschaft wirken sich häufig direkt auf die Kursentwicklung der Stammaktien aus. Preisänderungen können daher auch kurzfristig stark schwanken.
Ertragschancen und Risiken
Mit Stammaktien sind Ertragschancen wie Dividenden und Kursgewinne verbunden. Aktionäre von Stammaktien erhalten meist Dividenden, wenn das Unternehmen Gewinne ausschüttet. Außerdem profitieren sie, wenn der Kurs der Stammaktien steigt.
Gleichzeitig gibt es Risiken. Die Kurse von Stammaktien können fallen, wenn sich das Geschäft verschlechtert oder die Wirtschaft schwächer wird. Auch äußere Einflüsse wie Politik und das Marktumfeld spielen eine große Rolle. Im Fall einer Insolvenz stehen Stammaktionäre oft hinten in der Reihenfolge der Gläubiger.
Stammaktien bieten damit sowohl Chancen auf Gewinne als auch das Risiko von Wertverlusten bis hin zum Totalverlust. Eine genaue Bewertung hilft, diese Risiken besser abzuschätzen.
Dividendenpolitik bei Stammaktien
Stammaktien verbinden das Stimmrecht mit dem Recht auf Dividenden. Die Höhe und die Regelmäßigkeit der Dividende hängen von der Geschäftslage der Gesellschaft und deren Beschluss ab.
Ausschüttungspolitik
Stammaktien geben dem Inhaber einen Anspruch auf eine Dividende, doch diese ist nicht garantiert. Die Ausschüttung hängt vom Gewinn des Unternehmens und dem Beschluss der Hauptversammlung ab. Stammaktien können in manchen Jahren eine Dividende erhalten, in anderen Jahren jedoch leer ausgehen, wenn das Unternehmen keinen Gewinn macht oder die Auszahlung aussetzt.
Dividendenpolitik ist oft variabel und passt sich den wirtschaftlichen Umständen an. Viele Unternehmen achten auf eine ausgewogene Dividendenpolitik, die langfristige Investoren anzieht.
Wichtige Punkte:
- Kein Dividendenanspruch in Verlustjahren
- Flexibilität für die Gesellschaft
- Abstimmung über Dividendenhöhe jährlich
Es ist üblich, dass Stammaktien in guten Jahren attraktive Dividenden erzielen können. In schwächeren Jahren wird der Betrag meist gesenkt oder fällt ganz weg.
Unterschiede zu Vorzugsaktien
Im Vergleich zu Vorzugsaktien gibt es bei Stammaktien meist keine garantierte oder bevorzugte Dividende. Wer Stammaktien hält, hat zwar das Recht auf eine Dividende, erhält diese aber erst nach den Inhabern der Vorzugsaktien. Vorzugsaktionäre werden oft zuerst und mit festgesetztem Betrag bedient.
Stammaktien bieten dafür umfangreiche Mitbestimmungsrechte, zum Beispiel ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Bei der Entscheidung über die Höhe und Ausschüttung der Dividende können Inhaber von Stammaktien durch ihr Stimmrecht mitentscheiden.
Unterschiede im Überblick:
| Merkmal | Stammaktien | Vorzugsaktien |
|---|---|---|
| Stimmrecht | Ja | Meist nein |
| Dividendenrecht | Nachrangig, unbeständig | Vorrangig, oft fest |
| Mitbestimmung | Ja | Eingeschränkt |
| Dividendenhöhe | Variabel, abhängig vom Gewinn | Meist vorher festgelegt |
Die Auswahl zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien beeinflusst sowohl das Stimmrecht als auch die Sicherheit bei Dividenden.
Stimmrechte und Einflussnahme von Aktionären
Stammaktien gewähren Aktionären konkrete Rechte, um an wichtigen Entscheidungen im Unternehmen teilzunehmen. Durch Stimmrechte können Inhaber von Stammaktien Einfluss auf die Unternehmensführung und strategische Ausrichtung nehmen.
Wichtigkeit der Stimmrechte
Stammaktien zeichnen sich vor allem durch das Stimmrecht aus. Jede Stammaktie gibt dem Aktionär in der Regel eine Stimme bei entscheidenden Abstimmungen, etwa zur Wahl des Aufsichtsrats oder bei grundlegenden Strukturänderungen.
Das Stimmrecht ist der wichtigste Unterschied zu Vorzugsaktien. Während Vorzugsaktien oft mit höheren Dividenden verbunden sind, bieten Stammaktien die direkte Möglichkeit, auf die Unternehmenspolitik einzuwirken.
Dank der Stimmrechte können auch Minderheitsaktionäre, deren Anteil geringer ist, gemeinsam mit anderen ihre Interessen vertreten. Besonders institutionelle Anleger nutzen Stammaktien, um über ihre Stimmrechte größere Kontrolle über die Ausrichtung und die Strategie eines Unternehmens zu erlangen.
Aktionärstreffen und Beschlussfassungen
Hauptversammlungen sind der zentrale Ort, an dem die Stimmrechte aus Stammaktien ausgeübt werden. Bei diesen Treffen stimmen Aktionäre etwa über die Gewinnverwendung, die Entlastung des Vorstands oder Kapitalmaßnahmen ab.
Aktionäre mit Stammaktien können Anträge einreichen, Fragen stellen und sowohl persönlich als auch durch Bevollmächtigte ihre Stimmen abgeben. Die Ergebnisse der Abstimmungen bestimmen wichtige Weichenstellungen für das Unternehmen.
Oft reicht eine einfache Mehrheit, manchmal ist aber auch eine qualifizierte Mehrheit für besondere Beschlüsse nötig. Wer viele Stammaktien hält, hat dementsprechend mehr Einfluss, da die Stimmen an die Anzahl der gehaltenen Stammaktien gebunden sind.
Rolle der Stammaktien bei Unternehmensübernahmen
Stammaktien spielen eine entscheidende Rolle, wenn es um Übernahmen von Unternehmen geht. Wer die Mehrheit der Stammaktien besitzt, hat oft die Kontrolle über wichtige Entscheidungen und damit über die Zukunft eines Unternehmens.
Bedeutung bei Übernahmeangeboten
Bei einem Übernahmeangebot möchte eine Partei die Kontrolle über ein Unternehmen erlangen. Dafür ist es meist nötig, eine bestimmte Anzahl der Stammaktien zu erwerben. Stammaktien geben direkte Stimmrechte, wodurch Käufer Einfluss auf zentrale Unternehmensentscheidungen gewinnen.
In vielen Fällen versuchen Bieter, mehr als 50 % der Stammaktien zu kaufen. So erreichen sie die Mehrheit und können den Vorstand wählen oder austauschen. Besonders bei börsennotierten Unternehmen machen Stammaktien einen Großteil des Handelsvolumens aus.
Wichtige Fakten:
- Erwerb von Stammaktien = Machtgewinn
- Mehrheit der Stammaktien = Kontrolle über Verwaltungsrat und Strategie
- Ohne Stammaktien ist eine Übernahme meist nicht möglich
So sind Stammaktien oft das Hauptziel jedes Übernahmeangebots.
Mitspracherecht der Aktionäre
Stammaktien gewähren jedem Anteilseigner genau das Stimmrecht, das zur aktiven Mitbestimmung im Unternehmen nötig ist. Bei Übernahmen sind diese Stimmrechte besonders wertvoll, weil jede einzelne Stammaktie zählt.
Aktionäre mit Stammaktien können zum Beispiel über die Annahme eines Übernahmeangebots abstimmen. Auch die Wahl des Vorstands oder Änderungen der Satzung hängen von diesen Stimmen ab.
Eine Übersicht:
| Rechte durch Stammaktien | Bedeutung |
|---|---|
| Wahlrecht im Vorstand | Einfluss auf Führungskräfte |
| Stimme bei Übernahmen | Entscheidung über Annahme |
| Mitbestimmung bei Struktur | Zustimmung zu Fusionen |
Dieses Mitspracherecht macht Stammaktien bei Übernahmen zu einem zentralen Instrument für Anleger und Bieter.
Risiken und Herausforderungen beim Investieren in Stammaktien
Beim Investieren in Stammaktien gibt es besondere Risiken. Anleger sollten diese möglichen Herausforderungen immer im Blick behalten, um unerwartete Verluste zu vermeiden.
Volatilität der Kurse
Stammaktien sind oft starken Kursschwankungen ausgesetzt. Der Preis einer Stammaktie kann sich täglich ändern, je nachdem, wie sich das Unternehmen entwickelt oder wie der Gesamtmarkt reagiert.
Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Abhängigkeit von wirtschaftlichen und politischen Ereignissen. Nachrichten über das Unternehmen oder die Branche führen häufig zu schnellen Veränderungen im Kurswert.
Besonders bei schlechten Geschäftszahlen oder negativen Meldungen kann der Kurs von Stammaktien stark fallen. Das bedeutet, dass das Risiko eines Wertverlustes immer vorhanden ist.
Investoren müssen wissen, dass auch viele Experten den Kursverlauf von Stammaktien nicht genau vorhersagen können. Ein plötzlicher Kursrutsch kann immer passieren.
Um das Risiko besser einschätzen zu können, hilft oft eine breite Streuung im Depot. Trotzdem bleiben Kursschwankungen ein zentrales Thema bei jeder Stammaktie.
Verlust der Stimmrechte
Stammaktien geben normalerweise ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung. In manchen Fällen kann dieses Stimmrecht jedoch eingeschränkt oder sogar entzogen werden.
Es passiert z. B. dann, wenn ein Unternehmen Sonderregelungen einführt oder bestimmte Stammaktien durch Gesetzesänderungen beeinflusst werden. Besonders bei Kapitalerhöhungen oder neuen Aktiengattungen (wie Vorzugsaktien ohne Stimmrecht) kann das Stimmrecht für einige Aktionäre verloren gehen.
Anleger müssen darauf achten, welche Rechte ihre Stammaktien tatsächlich sichern. Wer das Stimmrecht verliert, kann wichtige Entscheidungen im Unternehmen nicht mehr mit beeinflussen.
Für viele Investoren ist das Stimmrecht aber ein wesentlicher Grund, überhaupt Stammaktien zu halten. Daher sollten die Ausgestaltung und mögliche Risiken vor dem Kauf geprüft werden.
Stammaktien im internationalen Vergleich
Stammaktien gibt es in vielen Ländern, aber sie sind nicht überall gleich. Die wichtigsten Unterschiede liegen vor allem bei Rechten, Pflichten und der Kontrolle durch Aktionäre.
Unterschiede zwischen Ländern
In den USA verleihen Stammaktien dem Aktionär meist das Stimmrecht auf Hauptversammlungen und das Recht auf Dividenden. Stammaktien sind dort die Standardform einer Aktie und weit verbreitet.
In Deutschland haben Stammaktien ähnliche Rechte, jedoch gibt es hier zusätzlich häufig Vorzugsaktien ohne Stimmrecht, aber mit Dividendenvorteilen. Bei deutschen Unternehmen macht der Anteil an Stammaktien am börslichen Gesamtvolumen meist den größten Teil aus.
Im Vereinigten Königreich bieten Stammaktien in der Regel auch Stimmrecht, aber Sonderrechte können nach Unternehmenssatzung abweichen. In Japan existieren ebenfalls Stammaktien, dort werden aber häufig unterschiedliche Klassen mit variierenden Rechten herausgegeben.
Wichtige Unterschiede international betreffen die Anzahl der Stimmrechte, Dividendenhöhe und die Voraussetzungen für deren Bezug. Die genaue Ausgestaltung von Stammaktien hängt stark von den jeweiligen nationalen Gesetzen ab.
Regulatorische Rahmenbedingungen
Die Regeln für Stammaktien werden von Ländern durch Gesetze und Börsenaufsichtsbehörden festgelegt. In Deutschland schreibt das Aktiengesetz Mindestanforderungen für die Ausgabe und Rechte von Stammaktien vor. Jede Stammaktie steht für eine Stimme und ein Anteil am Gewinn.
In den USA regelt vor allem die Securities and Exchange Commission (SEC) den Handel und die Offenlegungspflichten rund um Stammaktien. Unternehmen müssen genaue Angaben zu Rechten, Pflichten und Wertpapierarten veröffentlichen.
In Frankreich und Italien gibt es zusätzliche Schutzvorschriften für Minderheitsaktionäre, die den Einfluss von Stammaktieninhabern erweitern oder begrenzen können. In Asien, zum Beispiel in China, werden bei Stammaktien oft Zugangsbeschränkungen für Ausländer gesetzt.
Tabelle: Vergleich Stammaktien (Beispiel)
| Land | Stimmrecht | Dividende | Besondere Regeln |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Ja | Ja | Vorzugsaktien möglich |
| USA | Ja | Ja | Mehrere Aktienklassen |
| Großbritannien | Ja | Ja | Satzungsregeln entscheidend |
| Japan | Ja | Ja | Häufig verschiedene Klassen |
Insgesamt prägen die gesetzlichen Vorgaben und Marktpraxis die Rechte und Pflichten aus Stammaktien in jedem Land unterschiedlich.
Tipps zur Auswahl und Analyse von Stammaktien
Bei der Auswahl von Stammaktien sollten Anleger gezielt auf bestimmte Daten und Berichte achten. Eine gründliche Analyse hilft, Risiken zu erkennen und bessere Entscheidungen zu treffen.
Wichtige Kennzahlen
Bestimmte Kennzahlen zeigen, wie gut ein Unternehmen finanziell dasteht. Die Dividendenrendite verrät, wie viel Prozent des Aktienkurses als Gewinn an die Eigentümer der Stammaktien ausgeschüttet wird. Eine hohe Rendite klingt oft attraktiv, ist aber nur dann sinnvoll, wenn sie auch regelmäßig gezahlt wird.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zeigt, ob Stammaktien aktuell teuer oder günstig bewertet sind. Ein sehr hohes KGV kann auf Überbewertung hindeuten, ein niedriges KGV auf einen günstigen Einstiegspunkt. Jedoch sollte das KGV mit anderen Firmen aus derselben Branche verglichen werden.
Weitere Werte wie Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad geben Aufschluss über die Stabilität des Unternehmens. Stammaktien von Firmen mit hoher Eigenkapitalquote gelten als weniger riskant, da sie im Ernstfall finanziell besser dastehen. Auch das Umsatzwachstum und der Gewinn pro Aktie liefern Hinweise auf das Potenzial der Stammaktien.
Analyse von Geschäftsberichten
Geschäftsberichte helfen, die Lage eines Unternehmens hinter den Stammaktien besser zu verstehen. Besonders wichtig sind hier die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und der Lagebericht. In der Bilanz stehen die Vermögenswerte, Schulden und das Eigenkapital, das auch für die Sicherheit der Stammaktien relevant ist.
Beim Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung sieht man, wie sich Umsatz und Gewinn entwickelt haben. Schwankende oder sinkende Gewinne können ein Warnsignal sein. Der Lagebericht erklärt die Strategie und gibt Hinweise, welche Risiken und Chancen für die Stammaktien bestehen.
Am besten lesen Anleger neben dem aktuellen auch die Zahlen aus den Vorjahren. So erkennen sie Trends, zum Beispiel ob die Stammaktien eines Unternehmens langfristig stabil oder sehr schwankend sind. Wer regelmäßig die Geschäftsberichte prüft, verringert das Risiko böser Überraschungen bei Stammaktien.
