Exchange-traded funds (ETFs) versprechen, einen Index genau nachzubilden, doch in der Realität entstehen oft kleine Abweichungen. Diese Unterschiede zwischen der tatsächlichen Wertentwicklung eines ETFs und seinem zugrunde liegenden Index werden als Tracking Difference bezeichnet. Die Tracking Difference zeigt Anlegern, wie gut ein ETF wirklich seinen Index abbildet und welche versteckten Kosten dabei entstehen.
Während die meisten Anleger nur auf die Gesamtkostenquote (TER) schauen, übersehen sie oft die Tracking Difference als entscheidenden Faktor für die tatsächliche Performance. Diese Kennzahl kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen und beeinflusst die Rendite erheblich. Versteckte Gebühren, Steuern und andere Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle.
Die Analyse der Tracking Difference hilft Anlegern, den wirklich besten ETF für ihre Strategie zu finden. Durch das Verständnis der Berechnungsmethoden, der Unterschiede zwischen verschiedenen Indizes und der praktischen Auswirkungen können Investoren fundierte Entscheidungen treffen und ihre Renditen optimieren.
Definition und Bedeutung der Tracking Difference
Die Tracking Difference zeigt, wie gut ein ETF seinen Index nachbildet und welche echten Kosten dabei entstehen. Diese Kennzahl hilft Anlegern bei der ETF-Auswahl und hat sich über die Jahre zu einem wichtigen Bewertungskriterium entwickelt.
Grundlegende Erklärung der Tracking Difference
Die Tracking Difference misst die Abweichung zwischen der Rendite eines ETFs und seinem Referenzindex über einen bestimmten Zeitraum. Sie wird meist auf Jahresbasis berechnet.
Positive Tracking Difference bedeutet, dass der ETF schlechter abgeschnitten hat als der Index. Der ETF lag unter der Index-Performance.
Negative Tracking Difference zeigt, dass der ETF besser war als der Index. Der ETF hat den Index übertroffen.
Die Tracking Difference entsteht durch verschiedene Faktoren:
- Verwaltungsgebühren des ETFs
- Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf von Aktien
- Steuern auf Dividenden
- Zeitverzögerungen bei der Indexanpassung
Ein MSCI World ETF mit einer Tracking Difference von +0,2% pro Jahr liegt um 0,2 Prozentpunkte unter seinem Index. Bei einer Tracking Difference von -0,1% übertrifft der ETF den Index um 0,1 Prozentpunkte.
Wichtigkeit für Anleger
Die Tracking Difference zeigt die wahren Kosten eines ETFs auf. Sie ist wichtiger als die Gesamtkostenquote (TER), da sie alle versteckten Kosten einschließt.
Anleger können durch die Tracking Difference verschiedene ETFs auf denselben Index vergleichen. Ein ETF mit niedrigerer Tracking Difference ist meist die bessere Wahl.
Praktisches Beispiel:
- ETF A: TER 0,2%, Tracking Difference +0,4%
- ETF B: TER 0,3%, Tracking Difference +0,2%
ETF B ist trotz höherer TER die bessere Wahl, da die Tracking Difference niedriger ist.
Die Tracking Difference hilft auch dabei, unrealistische Erwartungen zu vermeiden. Anleger sehen, dass ETFs selten exakt die Index-Rendite erreichen.
Langfristig können kleine Unterschiede in der Tracking Difference große Auswirkungen haben. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro macht eine Differenz von 0,2% pro Jahr über 20 Jahre etwa 400 Euro aus.
Historische Entwicklung
Die Tracking Difference gewann erst mit dem Wachstum des ETF-Marktes an Bedeutung. In den frühen 2000er Jahren war sie noch wenig bekannt.
Damals konzentrierten sich Anleger hauptsächlich auf die Gesamtkostenquote. Die tatsächliche Performance-Abweichung erhielt wenig Aufmerksamkeit.
Mit steigender ETF-Auswahl wurde die Tracking Difference wichtiger. Anleger erkannten, dass zwei ETFs auf denselben Index sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern können.
Entwicklungsschritte:
- 2000-2005: Fokus auf Gesamtkostenquote
- 2006-2010: Erste Beachtung der Tracking Difference
- 2011-2015: Stärkere Verwendung bei ETF-Vergleichen
- 2016-heute: Standard-Kennzahl für ETF-Bewertung
Heute verlangen Finanzaufsichtsbehörden mehr Transparenz. ETF-Anbieter müssen die Tracking Difference regelmäßig veröffentlichen.
Die Tracking Difference hat sich zu einer der wichtigsten Kennzahlen für passive Investments entwickelt. Sie ermöglicht fundierte Entscheidungen bei der ETF-Auswahl.
Berechnung der Tracking Difference
Die Berechnung der Tracking Difference erfolgt durch einen direkten Vergleich der Renditen von ETF und Index. Ein praktisches Beispiel verdeutlicht die Anwendung der einfachen Formel.
Formel und Berechnungsweise
Die Tracking Difference berechnet sich durch die Differenz zwischen ETF-Rendite und Index-Rendite. Die Formel lautet:
Tracking Difference = ETF-Rendite – Index-Rendite
Beide Renditen müssen für den gleichen Zeitraum gemessen werden. Die meisten Anleger verwenden Jahresrenditen für die Berechnung.
Eine negative Tracking Difference zeigt, dass der ETF schlechter als der Index abgeschnitten hat. Eine positive Tracking Difference bedeutet, dass der ETF besser performt hat.
Die Berechnung erfordert genaue Renditedaten beider Werte. Diese Daten stammen meist aus offiziellen Factsheets oder Finanzportalen.
Beispielhaftes Rechenbeispiel
Ein DAX-ETF erzielt in einem Jahr eine Rendite von 8,5%. Der DAX-Index steigt im gleichen Zeitraum um 9,2%.
Die Tracking Difference beträgt: 8,5% – 9,2% = -0,7%
Der ETF liegt somit 0,7 Prozentpunkte unter der Index-Performance. Diese Abweichung entsteht durch Kosten und Replikationsungenauigkeiten.
Bei einem Investment von 10.000 Euro bedeutet dies einen Unterschied von 70 Euro. Die Tracking Difference hilft Anlegern, solche Abweichungen zu erkennen und verschiedene ETFs zu vergleichen.
Tracking Error vs. Tracking Difference
Tracking Difference und Tracking Error sind zwei verschiedene Kennzahlen zur Bewertung von ETF-Performance. Die Tracking Difference misst die absolute Abweichung der Rendite, während der Tracking Error die Schwankungsbreite dieser Abweichungen bewertet.
Abgrenzung der Begriffe
Die Tracking Difference zeigt die konkrete Renditedifferenz zwischen einem ETF und seinem Referenzindex über einen bestimmten Zeitraum. Sie wird als Prozentpunkt angegeben und kann positiv oder negativ sein.
Eine positive Tracking Difference bedeutet, dass der ETF besser abgeschnitten hat als der Index. Eine negative Tracking Difference zeigt eine Underperformance an.
Der Tracking Error hingegen misst die Volatilität der Tracking Difference. Er gibt an, wie stark die Abweichungen zwischen ETF und Index schwanken.
Der Tracking Error wird als Standardabweichung berechnet. Er zeigt die Konsistenz der Nachbildungsqualität über die Zeit.
Unterschiede in der praktischen Anwendung
Die Tracking Difference eignet sich zur Bewertung der absoluten Performance. Investoren können damit direkt erkennen, ob ihr ETF den Index über- oder untertroffen hat.
Bei der ETF-Auswahl hilft die Tracking Difference beim Vergleich verschiedener Anbieter. Ein ETF mit geringerer negativer Tracking Difference ist oft vorzuziehen.
Der Tracking Error bewertet die Nachbildungsqualität. Ein niedriger Tracking Error zeigt an, dass der ETF den Index konstant nachbildet.
Für langfristige Investoren ist ein niedriger Tracking Error wichtiger als die Tracking Difference. Er garantiert eine verlässliche Indexnachbildung ohne überraschende Abweichungen.
Ursachen der Tracking Difference
Die Tracking Difference entsteht durch verschiedene Faktoren, die den ETF-Preis vom Index abweichen lassen. Verwaltungskosten, Handelsaktivitäten und steuerliche Aspekte beeinflussen diese Abweichung am stärksten.
Verwaltungskosten und Gebühren
Die Total Expense Ratio (TER) ist der wichtigste Faktor für die Tracking Difference. Diese laufenden Kosten werden täglich vom Fondsvermögen abgezogen.
Ein ETF mit 0,20% TER weicht theoretisch um diesen Betrag jährlich nach unten vom Index ab. Die Tracking Difference entspricht oft ungefähr der TER.
Zusätzliche Gebühren entstehen durch:
- Verwaltungsaufwand des Fondsmanagements
- Kosten für die Indexlizenz
- Depot- und Verwahrungsgebühren
- Wirtschaftsprüfung und rechtliche Betreuung
Diese Kosten sind unvermeidbar und führen zu einer konstanten negativen Tracking Difference. ETF-Anbieter können die Tracking Difference durch effiziente Kostenstrukturen minimieren.
Rebalancing und Handelskosten
Rebalancing-Aktivitäten verursachen Handelskosten, die die Tracking Difference beeinflussen. Der ETF muss seine Bestände anpassen, wenn sich die Indexzusammensetzung ändert.
Transaktionskosten entstehen beim:
- Kauf neuer Indexbestandteile
- Verkauf ausgeschiedener Titel
- Gewichtungsanpassungen bestehender Positionen
Die Bid-Ask-Spreads der einzelnen Aktien erhöhen die Handelskosten zusätzlich. Bei weniger liquiden Märkten fallen diese Spreads höher aus.
Cash-Bestände im ETF können temporär die Tracking Difference verschlechtern. Zuflüsse müssen erst investiert werden, bevor sie zur Performance beitragen.
Sampling-ETFs, die nicht alle Indexwerte kaufen, können durch ihre vereinfachte Struktur Handelskosten reduzieren. Dies kann die Tracking Difference verbessern.
Dividenden und Steuern
Dividendenzahlungen beeinflussen die Tracking Difference erheblich. Zwischen der Dividendenzahlung der Indexunternehmen und der Wiederanlage im ETF vergehen oft mehrere Tage.
Diese zeitliche Verzögerung führt zu:
- Temporärem Cash-Bestand im Fonds
- Entgangenem Wertzuwachs während der Wartezeit
- Negativer Tracking Difference bis zur Reinvestition
Quellensteuer auf ausländische Dividenden reduziert die ETF-Performance. Deutsche ETFs können oft nur einen Teil der ausländischen Quellensteuern zurückfordern.
Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch und vermeiden dadurch teilweise die zeitlichen Verzögerungen. Ausschüttende ETFs sammeln Dividenden und zahlen sie periodisch aus.
Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich je nach ETF-Domizil. Irische ETFs haben oft steuerliche Vorteile bei US-Aktien durch das Doppelbesteuerungsabkommen.
Typische Auswirkungen der Tracking Difference auf ETFs
Die Tracking Difference wirkt sich je nach Assetklasse und Replikationsmethode unterschiedlich stark aus. Diese Abweichungen beeinflussen die tatsächliche Rendite der Anleger erheblich.
Unterschiedliche Assetklassen
Aktien-ETFs zeigen oft eine geringere Tracking Difference als andere Assetklassen. Der Grund liegt in der einfachen Handelbarkeit der zugrunde liegenden Aktien.
Anleihen-ETFs weisen häufig höhere Abweichungen auf. Viele Anleihen werden seltener gehandelt, was die exakte Nachbildung erschwert.
Rohstoff-ETFs haben meist die größte Tracking Difference. Sie können die Rohstoffe nicht direkt halten und nutzen stattdessen Futures oder Zertifikate.
Schwellenländer-ETFs zeigen ebenfalls größere Abweichungen. Hohe Handelskosten und eingeschränkte Handelbarkeit der Aktien verstärken die Tracking Difference.
Die Tracking Difference schwankt auch innerhalb einer Assetklasse. ETFs auf große, liquide Märkte haben bessere Werte als solche auf Nischenmärkte.
Einfluss von Replikationsmethoden
Physisch replizierende ETFs kaufen die tatsächlichen Wertpapiere des Index. Ihre Tracking Difference entsteht hauptsächlich durch Handelskosten und Cash-Bestände.
Vollständige Replikation führt meist zu den geringsten Abweichungen. Der ETF kauft alle Indexwerte in der exakten Gewichtung.
Sampling-Verfahren können die Tracking Difference erhöhen. Der ETF kauft nur eine Auswahl der Indexwerte, was zu Abweichungen führen kann.
Synthetische ETFs nutzen Derivate zur Indexnachbildung. Sie können theoretisch eine geringere Tracking Difference erreichen.
Swap-basierte ETFs tauschen ihre Erträge mit einem Kontrahenten. Die Tracking Difference hängt von der Qualität des Swap-Vertrags ab.
Die Wahl der Replikationsmethode beeinflusst die Tracking Difference oft stärker als die Managementgebühren.
Auswirkungen auf die Rendite
Eine negative Tracking Difference reduziert die Anlegerrendite direkt. Ein ETF mit -0,3% Tracking Difference kostet Anleger jährlich 30 Euro pro 10.000 Euro Anlage.
Positive Tracking Difference kann vorkommen und erhöht die Rendite. Dies geschieht durch Wertpapierleihe oder günstigere Handelsausführung.
Die Auswirkungen verstärken sich über lange Zeiträume durch den Zinseszinseffekt. Eine jährliche Tracking Difference von 0,2% summiert sich über 20 Jahre auf etwa 4%.
Bei monatlichen Sparplänen wirkt sich die Tracking Difference auf jeden einzelnen Kauf aus. Regelmäßige Abweichungen reduzieren den durchschnittlichen Anlageerfolg kontinuierlich.
Die tatsächlichen Kosten eines ETFs ergeben sich aus der Tracking Difference, nicht aus der beworbenen Gesamtkostenquote. Anleger sollten beide Werte bei ihrer Entscheidung berücksichtigen.
Strategien zur Minimierung der Tracking Difference
Eine niedrige Tracking Difference erfordert sorgfältige Produktauswahl, regelmäßige Überwachung und gezielte Portfolioanpassungen. Diese drei Ansätze helfen Anlegern dabei, ETFs zu finden und zu verwalten, die ihre Referenzindizes präzise nachbilden.
Produktwahl und Anbieteranalyse
Die Auswahl des richtigen ETFs ist der wichtigste Schritt zur Minimierung der Tracking Difference. Anleger sollten historische Daten verschiedener ETFs vergleichen, die denselben Index abbilden.
Wichtige Auswahlkriterien:
- Tracking Difference der letzten 3-5 Jahre
- Fondsgröße (mindestens 100 Millionen Euro)
- Replikationsmethode (physisch vs. synthetisch)
- Gesamtkostenquote (TER)
Große ETF-Anbieter haben oft bessere Ressourcen für präzises Index-Tracking. Sie können Kosten besser verteilen und haben erfahrenere Portfoliomanager.
Die Replikationsmethode beeinflusst die Tracking Difference erheblich. Physische Replikation führt meist zu geringeren Abweichungen als synthetische Methoden.
Laufende Überwachung
Regelmäßige Kontrolle der Tracking Difference ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Anleger sollten ihre ETFs mindestens quartalsweise überprüfen.
Überwachungstools:
- ETF-Factsheets der Anbieter
- Spezialisierte Websites wie TrackingDifferences.com
- Finanzplattformen mit ETF-Vergleichstools
Verschlechtert sich die Tracking Difference dauerhaft, kann ein Wechsel zu einem anderen ETF sinnvoll sein. Temporäre Abweichungen sind normal und kein Grund zur Sorge.
Die Tracking Difference Variance (TDV) zeigt die Konstanz der Abweichungen. Niedrige Werte deuten auf stabile Performance hin.
Optimierung des Portfolios
Portfolio-Diversifikation kann die Auswirkungen einzelner ETFs mit höherer Tracking Difference reduzieren. Anleger sollten nicht alle Investitionen in einen einzigen ETF konzentrieren.
Optimierungsansätze:
- Mischung aus ETFs verschiedener Anbieter
- Kombination unterschiedlicher Replikationsmethoden
- Regelmäßige Neugewichtung des Portfolios
Bei Core-Satellite-Strategien sollten die Kern-ETFs besonders niedrige Tracking Differences aufweisen. Satellite-Positionen können höhere Abweichungen tolerieren.
Anleger können durch geschicktes Timing von Käufen und Verkäufen die Tracking Difference weiter minimieren. Dies erfordert jedoch aktives Management und mehr Aufwand.
Vergleich von Tracking Difference zwischen verschiedenen Indizes
Die Tracking Difference variiert erheblich je nach Indextyp und geografischer Region. Aktienindizes zeigen andere Abweichungsmuster als Rentenindizes, während regionale Märkte unterschiedliche Herausforderungen für die Indexnachbildung mit sich bringen.
Aktienindizes vs. Rentenindizes
ETFs auf Aktienindizes weisen typischerweise niedrigere Tracking Difference-Werte auf. Dies liegt an der hohen Liquidität der meisten Aktien und der einfacheren Nachbildung.
Bei großen Indizes wie dem DAX oder S&P 500 beträgt die Tracking Difference meist zwischen 0,05% und 0,30% pro Jahr. Die Wertpapiere sind leicht handelbar und die Kosten gering.
Rentenindizes zeigen hingegen oft höhere Tracking Difference-Werte. Anleihen sind schwerer zu handeln als Aktien. Viele Bonds werden nicht täglich gehandelt.
ETF-Anbieter müssen bei Rentenindizes oft nur eine Auswahl der enthaltenen Anleihen kaufen. Diese Sampling-Methode führt zu größeren Abweichungen. Die Tracking Difference kann hier zwischen 0,20% und 0,80% pro Jahr liegen.
Regionale Unterschiede
Entwickelte Märkte wie Europa oder Nordamerika ermöglichen niedrige Tracking Difference-Werte. Die Märkte sind liquide und die Handelskosten gering. ETFs auf diese Regionen erreichen oft Tracking Difference-Werte unter 0,25%.
Schwellenmärkte stellen größere Herausforderungen dar. Höhere Transaktionskosten und geringere Liquidität führen zu größeren Abweichungen. Die Tracking Difference kann bei Emerging Markets ETFs zwischen 0,50% und 1,50% betragen.
Währungsrisiken verstärken die Problematik bei internationalen Indizes. ETF-Anbieter müssen Devisengeschäfte durchführen, was zusätzliche Kosten verursacht. Dies wirkt sich direkt auf die Tracking Difference aus.
Risiken und Einschränkungen der Tracking Difference
Die Tracking Difference unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren, die ihre Aussagekraft begrenzen können. Marktbedingungen und steuerliche Aspekte spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Marktbedingungen und Liquidität
Volatile Marktphasen können die Tracking Difference erheblich beeinflussen. In turbulenten Zeiten weichen ETF-Kurse oft stärker von ihrem Index ab.
Liquiditätsprobleme verstärken diesen Effekt besonders bei kleineren ETFs. Wenige Käufer und Verkäufer führen zu größeren Preisabweichungen.
Die Tracking Difference zeigt dann möglicherweise schlechtere Werte als üblich. Diese Abweichungen sind jedoch oft temporär.
Handelszeiten beeinflussen die Tracking Difference zusätzlich. ETFs werden während der Börsenzeiten gehandelt, während manche Indexkomponenten in anderen Zeitzonen notieren.
Komplexe Indizes mit vielen Einzeltiteln erschweren die präzise Nachbildung. Die Tracking Difference kann dadurch dauerhaft höher ausfallen.
Währungsschwankungen bei internationalen ETFs wirken sich direkt auf die Tracking Difference aus. Hedging-Kosten können die Abweichung weiter vergrößern.
Steuerliche Aspekte
Steuerliche Behandlung von Dividenden beeinflusst die Tracking Difference maßgeblich. Verschiedene Länder erheben unterschiedliche Quellensteuern auf Dividendenerträge.
Quellensteuer-Abzüge reduzieren die Erträge des ETFs im Vergleich zum theoretischen Index. Die Tracking Difference wird dadurch negativ beeinflusst.
Deutsche ETFs profitieren oft von Doppelbesteuerungsabkommen. Ausländische ETFs haben möglicherweise höhere Steuerbelastungen.
Thesaurierende ETFs zeigen andere Tracking Difference-Muster als ausschüttende ETFs. Die Wiederanlage von Dividenden erfolgt zeitversetzt.
Steueroptimierung durch ETF-Anbieter kann die Tracking Difference verbessern. Diese Maßnahmen sind jedoch nicht bei allen ETFs gleich effektiv.
Vorabpauschale in Deutschland beeinflusst die reale Performance zusätzlich zur gemessenen Tracking Difference.
Praktische Tipps für Anleger
Die richtige Auswahl von ETFs basiert auf einer sorgfältigen Analyse der Tracking Difference. Eine korrekte Interpretation dieser Kennzahl hilft dabei, die besten Fonds zu identifizieren.
Auswahl geeigneter Fonds
Anleger sollten bei der ETF-Auswahl verschiedene Tracking Difference-Werte miteinander vergleichen. Ein direkter Vergleich zwischen ähnlichen ETFs desselben Index zeigt, welcher Anbieter die beste Nachbildungsgenauigkeit bietet.
Die historische Tracking Difference über mehrere Jahre gibt Aufschluss über die Konstanz der Performance. Schwankende Werte deuten auf unzuverlässige Indexnachbildung hin.
Folgende Kriterien sind bei der Bewertung wichtig:
- Tracking Difference der letzten 1, 3 und 5 Jahre
- Vergleich mit anderen ETFs desselben Index
- Konsistenz der Abweichungen über verschiedene Marktphasen
Negative Tracking Difference bedeutet, dass der ETF seinen Index übertroffen hat. Dies kann ein positives Zeichen sein, sollte aber nachhaltig erreicht werden.
Interpretation der Tracking Difference
Eine geringe Tracking Difference zeigt hohe Indexnachbildungsqualität an. Werte zwischen 0,1% und 0,5% gelten als akzeptabel für die meisten Anleger.
Größere Abweichungen über 1% deuten auf Probleme bei der Indexnachbildung hin. Solche ETFs sollten genauer analysiert oder gemieden werden.
Die Tracking Difference muss im Kontext der Gesamtkosten betrachtet werden. Ein ETF mit höherer TER kann trotzdem eine bessere Netto-Performance aufweisen, wenn seine Tracking Difference entsprechend niedriger ist.
Bei neuen ETFs liegen oft noch keine aussagekräftigen Tracking Difference-Daten vor. Hier sollten Anleger auf die Erfahrung des Anbieters und ähnliche Produkte achten.
Aktuelle Trends und Entwicklungen zur Tracking Difference
Neue Technologien und sich ändernde Regeln beeinflussen die Tracking Difference von ETFs stark. Diese Entwicklungen helfen Anlegern dabei, bessere Entscheidungen zu treffen.
Technologische Innovationen
Moderne Computer-Systeme verbessern die Tracking Difference von ETFs deutlich. Algorithmen berechnen jetzt in Echtzeit, welche Aktien gekauft oder verkauft werden müssen.
Künstliche Intelligenz hilft ETF-Anbietern dabei, ihre Fonds besser zu verwalten. Die Software erkennt Probleme früher und kann schneller reagieren.
Neue Handels-Plattformen reduzieren die Kosten beim Kauf und Verkauf von Aktien. Dadurch wird die Tracking Difference kleiner und der ETF folgt seinem Index genauer.
Blockchain-Technologie macht Transaktionen billiger und schneller. Einige ETF-Anbieter testen bereits diese neue Methode für bessere Performance.
Daten-Analyse-Tools zeigen Anlegern genau, wie gut ein ETF seinen Index nachbildet. Websites wie TrackingDifferences.com machen diese Informationen für alle verfügbar.
Regulatorische Veränderungen
Die Europäische Union plant neue Regeln für ETF-Anbieter ab 2026. Diese Regeln verlangen genauere Berichte über die Tracking Difference.
ETF-Anbieter müssen künftig jeden Monat zeigen, wie gut sie ihren Index nachbilden. Bisher war das nur alle drei Monate nötig.
Neue Transparenz-Regeln zwingen Anbieter dazu, alle Kosten offen zu legen. Anleger können dann die wahren Kosten verschiedener ETFs besser vergleichen.
Die Tracking Difference wird zur Pflicht-Information auf allen ETF-Websites. Das hilft Anlegern bei der Auswahl des besten ETFs für ihr Portfolio.
Strengere Kontrollen sorgen dafür, dass ETF-Anbieter ihre Tracking Difference nicht schönrechnen können. Unabhängige Prüfer kontrollieren die Zahlen regelmäßig.
