Vermögenswirksame Leistungen Nachteile: Diese Risiken sollten Arbeitnehmer kennen

10–15 Minuten

Vermögenswirksame Leistungen gelten oft als attraktive Möglichkeit für Arbeitnehmer, mit staatlicher Unterstützung und Arbeitgeberzuschüssen Vermögen aufzubauen. Doch hinter diesem scheinbar vorteilhaften System verbergen sich verschiedene Nachteile, die viele Sparer übersehen oder unterschätzen.

Die Vermögenswirksame Leistungen Nachteile umfassen hohe Kosten, steuerliche Belastungen, eingeschränkte Verfügbarkeit des angelegten Geldes und begrenzte Anlagemöglichkeiten. Diese Faktoren können die Rendite erheblich schmälern und die Flexibilität der Anleger stark einschränken.

Von der Steuer- und Sozialabgabenpflichtigkeit über komplexe Vertragsbedingungen bis hin zu versteckten Gebühren – die Vermögenswirksame Leistungen Nachteile sind vielfältig und betreffen sowohl die Kosten als auch die langfristige Vermögensbildung. Eine gründliche Analyse dieser Schwachstellen hilft Arbeitnehmern dabei, eine fundierte Entscheidung über die Teilnahme an VL-Programmen zu treffen.

Definition und Funktionsweise von vermögenswirksamen Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen sind staatlich geförderte Geldleistungen vom Arbeitgeber, die in verschiedene Anlageprodukte fließen können. Das System basiert auf rechtlichen Grundlagen und bietet unterschiedliche Sparformen mit spezifischen Förderungen.

Rechtliche Grundlagen

Das Fünfte Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) regelt vermögenswirksame Leistungen in Deutschland. Der Arbeitgeber kann freiwillig bis zu 40 Euro monatlich für jeden Arbeitnehmer zahlen.

Die Leistungen sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Viele Unternehmen bieten sie jedoch als zusätzliche Vergütung an. Tarifverträge können vermögenswirksame Leistungen als Pflichtleistung festlegen.

Wichtige Regelungen:

  • Maximalbetrag: 40 Euro pro Monat
  • Sperrfrist: 7 Jahre ab Vertragsbeginn
  • Arbeitnehmer können eigene Beiträge hinzufügen

Trotz der Förderung können Vermögenswirksame Leistungen Nachteile haben. Die lange Bindungsdauer schränkt die Flexibilität ein.

Arten von Anlageprodukten

Arbeitnehmer können zwischen verschiedenen Anlageprodukten wählen:

Banksparplan:

  • Sichere Verzinsung
  • Niedrige Rendite
  • Staatliche Förderung möglich

Bausparvertrag:

  • Zinssicherheit für späteren Kredit
  • Wohnungsbauprämie
  • Niedrige Guthabenzinsen

Fondssparplan:

Bei allen Produkten können Vermögenswirksame Leistungen Nachteile aufweisen. Hohe Kosten oder niedrige Zinsen reduzieren die Rendite erheblich.

Zielsetzung und Fördermöglichkeiten

Das System soll langfristigen Vermögensaufbau für Arbeitnehmer fördern. Der Staat unterstützt dies durch verschiedene Zulagen und Prämien.

Arbeitnehmer-Sparzulage:

  • 20% auf Aktienfonds (max. 80 Euro jährlich)
  • Einkommensgrenze: 20.000 Euro (Alleinstehende)

Wohnungsbauprämie:

  • 10% auf Bausparverträge (max. 70 Euro jährlich)
  • Einkommensgrenze: 25.600 Euro (Alleinstehende)

Die Förderung gilt nur bei Einhaltung der Sperrfrist. Vorzeitige Kündigung führt zum Verlust der staatlichen Zulagen.

Dennoch zeigen sich bei der Zielsetzung Vermögenswirksame Leistungen Nachteile. Die Inflation kann die reale Rendite deutlich schmälern.

Hauptnachteile der vermögenswirksamen Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen Nachteile zeigen sich vor allem in drei Bereichen: fehlende Flexibilität beim Zugriff auf das Geld, lange Vertragslaufzeiten ohne Kündigungsmöglichkeiten und versteckte Kosten. Diese Probleme können die Vorteile des Arbeitgeberzuschusses erheblich schmälern.

Begrenzte Flexibilität

Die begrenzte Flexibilität gehört zu den wichtigsten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile. Arbeitnehmer können während der Laufzeit nicht auf ihr Geld zugreifen.

Das eingezahlte Geld bleibt für die gesamte Vertragsdauer gesperrt. Eine vorzeitige Kündigung ist nur in wenigen Ausnahmefällen möglich, wie bei Arbeitslosigkeit oder Heirat.

Bei einer vorzeitigen Kündigung verlieren Sparer alle staatlichen Förderungen. Auch der Arbeitgeberzuschuss kann teilweise zurückgefordert werden.

Die monatliche Sparsumme lässt sich ebenfalls nicht flexibel anpassen. Sie liegt fest bei maximal 40 Euro pro Monat. Wer mehr sparen möchte, muss andere Wege finden.

Diese Starrheit macht vermögenswirksame Leistungen für Menschen mit wechselnden finanziellen Bedürfnissen ungeeignet. In Notfällen steht das Geld nicht zur Verfügung.

Verpflichtende Vertragslaufzeiten

Die siebenjährige Vertragslaufzeit verstärkt die Vermögenswirksame Leistungen Nachteile erheblich. Diese Dauer teilt sich in sechs Jahre Einzahlung und ein Jahr Ruhephase auf.

Während dieser Zeit können Sparer weder das Geld abheben noch den Vertrag ändern. Die lange Bindung passt nicht zu allen Lebensumständen.

Junge Arbeitnehmer planen oft keine sieben Jahre im Voraus. Umzüge, Jobwechsel oder Familiengründung können die ursprünglichen Sparziele verändern.

Die Inflationsrate kann über sieben Jahre den Wert der Ersparnisse mindern. Besonders bei niedrig verzinsten Anlagen wie Bausparverträgen entstehen reale Verluste.

Wer den Vertrag vorzeitig beendet, verliert nicht nur die staatlichen Zuschüsse. Auch Abschlussgebühren und Verwaltungskosten schmälern die Rendite zusätzlich.

Mangelnde Transparenz bei Kosten

Versteckte Kosten zählen zu den gravierendsten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile. Viele Anbieter verschleiern die tatsächlichen Gebühren in ihren Verträgen.

Typische versteckte Kosten umfassen:

  • Abschlussgebühren von 2-4% der Gesamtsumme
  • Jährliche Verwaltungsgebühren
  • Depotgebühren bei Fondssparplänen
  • Ausgabeaufschläge bei Investmentfonds

Diese Kosten werden oft nicht klar kommuniziert. Stattdessen werben Anbieter mit dem kostenlosen Arbeitgeberzuschuss.

Die Gesamtkostenquote kann die Rendite um 1-2 Prozentpunkte pro Jahr senken. Bei niedrigen Zinsen bleibt dann kaum noch Gewinn übrig.

Vergleiche zwischen verschiedenen Anbietern sind schwierig. Jeder Anbieter rechnet seine Kosten anders ab und stellt sie unterschiedlich dar.

Eingeschränkte Verfügbarkeit und Liquidität

Bei vermögenswirksamen Leistungen ist das angesparte Geld meist für mehrere Jahre gebunden. Wer vorzeitig auf das Geld zugreifen möchte, muss oft mit finanziellen Nachteilen rechnen.

Sperrfrist und vorzeitige Kündigung

Die meisten VL-Verträge haben eine Sperrfrist von sieben Jahren. Diese Zeit teilt sich in sechs Jahre Einzahlung und ein Jahr Ruhephase auf. Während dieser Zeit können Sparer nicht frei über ihr Geld verfügen.

Wer den Vertrag vorzeitig kündigt, verliert wichtige Vorteile. Die Arbeitnehmersparzulage fällt komplett weg. Diese staatliche Förderung beträgt bis zu 123 Euro pro Jahr.

Bei Bausparverträgen entstehen oft zusätzliche Kosten. Viele Anbieter verlangen Stornogebühren zwischen 1 und 2 Prozent der eingezahlten Summe.

Fondssparpläne können bei schlechter Marktlage zu Verlusten führen. Wer zum falschen Zeitpunkt verkauft, bekommt weniger zurück als eingezahlt wurde.

Die Vermögenswirksame Leistungen Nachteile zeigen sich besonders bei unvorhergesehenen Ausgaben. Das gebundene Geld steht dann nicht zur Verfügung.

Folgen bei Arbeitsplatzwechsel

Ein Jobwechsel bringt oft Probleme mit VL-Verträgen. Der neue Arbeitgeber muss nicht automatisch die gleichen Leistungen anbieten. Viele Firmen zahlen weniger oder gar keine vermögenswirksamen Leistungen.

Ohne Arbeitgeberzuschuss müssen Arbeitnehmer die Raten selbst bezahlen. Das belastet das monatliche Budget zusätzlich. Viele können sich die Fortsetzung dann nicht mehr leisten.

Die Vermögenswirksame Leistungen Nachteile werden bei Arbeitslosigkeit besonders deutlich. Ohne Einkommen ist es schwer, die monatlichen Raten weiterzuzahlen.

Bestehende Verträge laufen trotz Jobwechsel weiter. Eine Kündigung führt wieder zum Verlust der staatlichen Förderung. Das macht die Situation für Betroffene schwierig.

Manche Arbeitnehmer haben dann mehrere VL-Verträge gleichzeitig. Das macht die Verwaltung kompliziert und unübersichtlich.

Risikofaktoren und Anlageverluste

Vermögenswirksame Leistungen bergen verschiedene Risiken, die zu Verlusten führen können. Marktrisiken bei Fonds und unterschiedliche Risikoprofile von Bausparverträgen zählen zu den wichtigsten Faktoren.

Marktrisiken bei Fonds

Fondssparen bei vermögenswirksamen Leistungen unterliegt erheblichen Marktrisiken. Die Aktienmärkte können stark schwanken und zu Verlusten führen.

Bei Aktienfonds drohen Kursverluste von 20 bis 50 Prozent während Marktkrisen. Diese Verluste können besonders schmerzhaft sein, wenn der Sparvertrag kurz vor der Auszahlung steht.

Vermögenswirksame Leistungen Nachteile zeigen sich deutlich bei schlechter Marktentwicklung. Sparer erhalten dann weniger Geld zurück, als sie eingezahlt haben.

Die Sperrfrist von sieben Jahren verstärkt das Risiko zusätzlich. Sparer können nicht flexibel auf Marktschwankungen reagieren oder rechtzeitig verkaufen.

Auch Mischfonds bergen Risiken, obwohl sie als sicherer gelten. Selbst konservative Fonds können bei ungünstigen Marktbedingungen Verluste verzeichnen.

Risikoprofil von Bausparverträgen

Bausparverträge gelten als sichere Anlageform, haben aber eigene Risikofaktoren. Die niedrigen Zinsen führen oft zu realen Verlusten durch Inflation.

Vermögenswirksame Leistungen Nachteile bei Bausparverträgen entstehen durch hohe Gebühren. Abschlusskosten und Verwaltungsgebühren reduzieren die Rendite erheblich.

Die Guthabenzinsen liegen meist zwischen 0,1 und 1,0 Prozent pro Jahr. Bei einer Inflation von 2 Prozent verliert das Geld real an Wert.

Kündigt der Sparer vorzeitig, fallen zusätzliche Kosten an. Die bereits gezahlten Abschlussgebühren sind dann meist komplett verloren.

Das Zuteilungsrisiko kann zu Verzögerungen führen. Sparer erhalten ihr Geld möglicherweise nicht zum gewünschten Zeitpunkt ausgezahlt.

Begrenzte Förderung und gesetzliche Einschränkungen

Die staatliche Förderung für vermögenswirksame Leistungen ist an strenge Einkommensgrenzen gebunden und in der Höhe begrenzt. Viele Arbeitnehmer erhalten daher keine oder nur geringe Zuschüsse vom Staat.

Einkommensgrenzen

Einer der wichtigsten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile sind die niedrigen Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmersparzulage. Diese Grenzen schließen viele Vollzeitbeschäftigte von der staatlichen Förderung aus.

Für Bausparen liegt die Einkommensgrenze bei 17.900 Euro zu versteuerndem Einkommen pro Jahr. Bei Verheirateten verdoppelt sich dieser Betrag auf 35.800 Euro.

Wer in Aktienfonds investiert, kann bis zu einem Einkommen von 20.000 Euro (40.000 Euro bei Verheirateten) die Förderung erhalten. Diese Grenzen gelten für das zu versteuernde Einkommen.

Bereits ein geringfügiges Überschreiten dieser Grenzen führt zum kompletten Verlust der Förderung. Es gibt keine gestaffelte Reduzierung. Diese harten Grenzen zählen zu den bedeutendsten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile.

Förderhöhe und Förderfähigkeit

Die staatliche Förderung ist auf maximal 43 Euro pro Jahr beim Bausparen und 80 Euro bei Aktienfonds begrenzt. Diese geringen Beträge stellen weitere Vermögenswirksame Leistungen Nachteile dar.

Nicht alle Anlageformen sind förderfähig. Nur Bausparen, Aktienfonds und bestimmte Lebensversicherungen berechtigen zur Arbeitnehmersparzulage. Banksparpläne erhalten keine staatliche Förderung.

Kein Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, vermögenswirksame Leistungen zu zahlen. Die Höhe variiert zwischen 6,65 Euro und 40 Euro monatlich. Ohne Arbeitgeberzuschuss müssen Sparer die Beträge selbst aufbringen.

Diese Begrenzungen in Höhe und Verfügbarkeit gehören zu den wesentlichen Vermögenswirksame Leistungen Nachteile, die Sparer berücksichtigen sollten.

Steuerliche Aspekte und deren Auswirkungen

Die steuerliche Behandlung stellt einen der wichtigsten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile dar. Sowohl die Erträge als auch die Beiträge selbst können die Steuerlast erheblich beeinflussen.

Versteuerung der Erträge

Die Erträge aus vermögenswirksamen Leistungen unterliegen grundsätzlich der Steuerpflicht. Diese Vermögenswirksame Leistungen Nachteile treten besonders bei der Auszahlung auf.

Kapitalerträge müssen vollständig versteuert werden. Dazu gehören:

  • Zinsen aus Bausparverträgen
  • Dividenden aus Aktienfonds
  • Kursgewinne bei Wertpapieren

Die Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag wird automatisch einbehalten. Kirchensteuerpflichtige zahlen zusätzlich 8 bis 9 Prozent Kirchensteuer.

Bei Bausparverträgen entstehen weitere Vermögenswirksame Leistungen Nachteile durch die Versteuerung der Zinsen. Diese werden erst bei Vertragsende fällig, können dann aber eine erhebliche Steuerlast verursachen.

Fondssparpläne bringen ähnliche steuerliche Belastungen mit sich. Die Vorabpauschale muss bereits während der Laufzeit versteuert werden, auch wenn keine Ausschüttungen erfolgen.

Einfluss auf die Abgabenlast

Vermögenswirksame Leistungen erhöhen das Bruttogehalt und damit die Abgabenlast. Diese Vermögenswirksame Leistungen Nachteile wirken sich direkt auf das Nettogehalt aus.

Sozialversicherungsbeiträge steigen durch die höhere Bemessungsgrundlage:

  • Krankenversicherung: 14,6 Prozent
  • Rentenversicherung: 18,6 Prozent
  • Arbeitslosenversicherung: 2,6 Prozent
  • Pflegeversicherung: 3,05 Prozent

Die Lohnsteuer erhöht sich entsprechend dem individuellen Steuersatz. Bei höheren Einkommen können Vermögenswirksame Leistungen Nachteile durch Progressionswirkung entstehen.

Besonders problematisch wird es bei Grenzgängern oder Empfängern staatlicher Leistungen. Die höhere Bemessungsgrundlage kann zu Kürzungen bei anderen Sozialleistungen führen.

Der Arbeitgeber trägt zusätzlich die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Diese Mehrkosten können sich auf zukünftige Gehaltsverhandlungen auswirken.

Kostenstrukturen und Gebühren

Die Gebühren bei vermögenswirksamen Leistungen können die Rendite stark beeinträchtigen. Verwaltungsgebühren und Abschlusskosten reduzieren den tatsächlichen Wert der Anlage.

Verwaltungsgebühren

Verwaltungsgebühren gehören zu den wichtigsten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile. Diese Kosten fallen regelmäßig während der gesamten Laufzeit an.

Höhe der Verwaltungsgebühren:

  • Banksparpläne: 0,5-2% pro Jahr
  • Fondssparpläne: 1-2,5% pro Jahr
  • Bausparverträge: 1-1,5% pro Jahr

Die Gebühren werden meist monatlich vom eingezahlten Betrag abgezogen. Bei einem VL-Betrag von 40 Euro monatlich können jährlich 5-12 Euro an Verwaltungskosten anfallen.

Besonders bei niedrigen Sparraten wirken sich diese Kosten prozentual stark aus. Die Gebühren mindern die Rendite erheblich.

Abschlusskosten

Abschlusskosten zählen zu den bedeutendsten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile. Diese einmaligen Gebühren werden meist in den ersten Jahren der Laufzeit verrechnet.

Typische Abschlusskosten:

  • Bausparverträge: 1-1,6% der Bausparsumme
  • Fondssparpläne: 2-5% der Gesamteinzahlungen
  • Banksparpläne: meist keine Abschlussgebühren

Bei einem 7-jährigen VL-Vertrag mit 40 Euro monatlich entstehen Gesamteinzahlungen von 3.360 Euro. Die Abschlusskosten können dabei 70-170 Euro betragen.

Diese Kosten werden oft in den ersten 18-24 Monaten eingezogen. Dadurch reduziert sich die verfügbare Anlagesumme in der Anfangsphase stark.

Komplexität der Vertragsbedingungen

Die Vertragsbedingungen bei vermögenswirksamen Leistungen sind oft schwer verständlich und unterscheiden sich stark zwischen den Anbietern. Viele Sparer haben Schwierigkeiten, die verschiedenen Produkte zu vergleichen und die Anbieterinformationen richtig zu verstehen.

Vergleich verschiedener Produkte

Der Vergleich verschiedener VL-Produkte stellt einen der größten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile dar. Jeder Anbieter verwendet unterschiedliche Kostenstrukturen und Gebührenmodelle.

Bei Bausparverträgen fallen oft Abschlussgebühren von 1-1,6% der Bausparsumme an. Fondssparpläne haben meist Ausgabeaufschläge zwischen 0-5% pro Einzahlung. Banksparpläne arbeiten mit variablen Zinssätzen, die sich während der Laufzeit ändern können.

Die Renditeberechnung wird durch verschiedene Faktoren erschwert. Manche Anbieter rechnen mit Bruttorenditen vor Kosten. Andere zeigen bereits bereinigte Nettorenditen an.

Wichtige Vergleichskriterien:

Verständlichkeit der Anbieterinformationen

Die mangelnde Verständlichkeit der Anbieterinformationen verstärkt die Vermögenswirksame Leistungen Nachteile erheblich. Viele Produktinformationen sind in komplizierter Fachsprache verfasst.

Wesentliche Kostenpunkte werden oft nur im Kleingedruckten erwähnt. Die Sperrfrist von einem Jahr nach Vertragsende wird häufig nicht deutlich hervorgehoben. Auch die Bedingungen für staatliche Zulagen bleiben oft unklar.

Rechenbeispiele in den Unterlagen sind meist zu optimistisch. Sie zeigen selten realistische Szenarien mit Markteinbrüchen oder Zinsschwankungen auf.

Häufige Informationslücken:

  • Gesamtkostenquote über die komplette Laufzeit
  • Auswirkungen vorzeitiger Kündigung
  • Steuerliche Behandlung der Erträge
  • Mindestlaufzeiten und Sperrfristen

Begrenzungen beim Anbieterwechsel

Der Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern von vermögenswirksamen Leistungen bringt erhebliche Einschränkungen mit sich. Bestehende Verträge lassen sich nur selten ohne Verluste übertragen, und neue Arbeitgeber haben oft andere Anbieter als der vorherige Arbeitgeber.

Portabilität von Verträgen

Die mangelnde Portabilität stellt einen der größten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile dar. Arbeitnehmer können ihre bestehenden VL-Verträge nicht einfach zum neuen Arbeitgeber mitnehmen.

Jeder Anbieter hat eigene Vertragsbedingungen und Konditionen. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter bedeutet oft den Abschluss eines komplett neuen Vertrages. Der alte Vertrag muss separat weitergeführt werden.

Typische Probleme beim Anbieterwechsel:

  • Verlust von Rabatten und Sonderkonditionen
  • Doppelte Verwaltungsgebühren
  • Verschiedene Laufzeiten und Kündigungsfristen
  • Unterschiedliche Mindestanlagesummen

Diese Einschränkungen führen dazu, dass Sparer oft mehrere VL-Verträge gleichzeitig verwalten müssen. Das erhöht den Verwaltungsaufwand erheblich.

Auswirkungen auf bestehende Sparpläne

Bestehende Sparpläne bleiben von einem Anbieterwechsel nicht unberührt. Die Vermögenswirksame Leistungen Nachteile zeigen sich hier besonders deutlich durch unterbrochene Sparrhythmen.

Wenn der neue Arbeitgeber einen anderen Anbieter nutzt, können Arbeitnehmer den alten Sparplan nicht mehr mit Arbeitgeberzuschüssen bedienen. Sie müssen den Vertrag entweder selbst weiterfinanzieren oder ruhen lassen.

Konkrete Auswirkungen:

  • Unterbrechung der regelmäßigen Einzahlungen
  • Verlust von Arbeitgeberzuschüssen beim alten Vertrag
  • Mögliche Mindestertragseinbußen bei Fondssparplänen
  • Verlängerte Gesamtansparzeit

Der Bonus für bereits geleistete Einzahlungen bleibt beim alten Vertrag erhalten. Trotzdem entstehen durch die Unterbrechung oft finanzielle Nachteile, die sich erst nach Jahren vollständig zeigen.

Auswirkungen auf langfristige Vermögensbildung

Vermögenswirksame Leistungen Nachteile zeigen sich besonders bei der langfristigen Vermögensbildung durch begrenzte Renditen und fehlende Flexibilität. Alternative Anlageformen bieten oft bessere Möglichkeiten für den Vermögensaufbau.

Geringe Renditechancen

Die niedrigen Renditen gehören zu den größten Vermögenswirksame Leistungen Nachteile. Viele VL-Verträge erreichen nur 1-3% Zinsen pro Jahr.

Bei einer siebenjährigen Laufzeit und 40 Euro monatlich entstehen oft nur wenige hundert Euro Gewinn. Diese Rendite liegt meist unter der Inflation.

Vergleich typischer VL-Renditen:

  • Bausparvertrag: 0,5-1,5% pro Jahr
  • Banksparpläne: 1-2% pro Jahr
  • VL-Fondssparpläne: 3-6% pro Jahr

Die lange Bindung verstärkt die Vermögenswirksame Leistungen Nachteile zusätzlich. Anleger können nicht auf bessere Angebote wechseln oder flexibel reagieren.

Durch die geringe Sparsumme von maximal 40 Euro monatlich bleibt auch der absolute Vermögensaufbau begrenzt. Nach sieben Jahren erreichen Sparer selten mehr als 4000 Euro Gesamtvermögen.

Alternativen zur Vermögensbildung

ETF-Sparpläne bieten deutlich höhere Renditechancen als VL-Verträge. Langfristig erreichen sie oft 6-8% Rendite pro Jahr.

Die Flexibilität ist ein großer Vorteil gegenüber den Vermögenswirksame Leistungen Nachteile. Anleger können Sparraten anpassen oder pausieren.

Effektive Alternativen:

  • Aktien-ETFs: Höhere Renditen, flexible Sparbeträge
  • Immobilienfonds: Sachwerte als Inflationsschutz
  • Direktinvestments: Aktien oder Anleihen nach eigener Wahl

Die höheren Sparbeträge ermöglichen schnelleren Vermögensaufbau. Statt 40 Euro können Anleger beliebige Summen investieren.

Steuervorteile gibt es auch bei anderen Anlageformen. Der Sparerpauschbetrag von 1000 Euro pro Jahr reduziert die Steuerlast erheblich.

Die Vermögenswirksame Leistungen Nachteile werden durch diese Alternativen oft kompensiert. Nur der Arbeitgeberzuschuss geht dabei verloren.

Entdecke mehr von ⚡finwiss

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen